Finanzielle Invests für mehr Qualität

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach gefühlt endlosen Triellen, Debatten und Diskussionen wurde im Herbst der Deutsche Bundestag neu gewählt. Wie die Bürgerinnen und Bürger haben auch die gesetzlichen Krankenkassen vordringliche Wünsche und Forderungen an Parlament und Regierung. Welche das sind?

Finanzielle Invests für mehr Qualität

Ein Fokus-Thema sind mit Sicherheit Krankenhausbehandlungen: Als größter Ausgabenposten wird für sie rund ein Drittel des Etats der gesetzlichen Krankenkassen aufgewendet. Damit gilt unsere Krankenhausversorgung im internationalen Vergleich als hoch entwickelt. Zugleich ist sie aber von Überkapazitäten in Ballungsgebieten und Defiziten in ländlichen Regionen gekennzeichnet. Dabei ist für eine bestmögliche Versorgung der Versicherten nicht allein Nähe, sondern auch eine sehr gute personelle, technische und digitale Ausstattung entscheidend. Hier sind nun auch die einzelnen Länder gefordert zu investieren. Denn durch Mindestmengen für schwierige Eingriffe könnte die Qualität der Behandlung noch weiter gefördert werden.

Reformen sind unumgänglich

Die Notfallversorgung ist seit Jahren hochgradig reformbedürftig. Dazu eine Zahl: In den Krankenhäusern werden jährlich vier Millionen Fälle mit einer Verweildauer von einem Tag versorgt. Ein abgestimmtes Konzept zwischen Notdienstpraxen und Kranken­häusern unter Einbeziehung des Rettungsdienstes könnte hier vieles verbessern und ist längst überfällig.

Lehren aus der Pandemie: bessere Verfügbarkeit, mehr Fokus auf Digitalisierung

Im Bereich der Arzneimittel wäre die ständige Lieferfähigkeit sicherzustellen. Ein weiterer, wichtiger Punkt: Noch immer kann der Preis im ersten Jahr unabhängig vom Nutzen vom Hersteller bestimmt werden. Mehrkosten sind – auch bei nur geringfügig veränderten Arzneimitteln – nur bei entsprechendem Mehrnutzen gerechtfertigt. Dies müsste entsprechend für die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DIGA) und die Digitalen Pflegeanwendungen (DIPA) gelten. Im Bereich der Pflegeversicherung sind neben der Finanzierung – spätestens in einem Jahr werden die Reserven aufgebraucht sein – vor allem die Erhöhung der Leistungen und mehr Flexibilität erforderlich.

Der Ende November von der Ampel-Koalition veröffentlichte Koalitionsvertrag lässt zumindest teilweise Ansätze zur Erfüllung der Wünsche und Forderungen der gesetzlichen Krankenkassen erahnen. Grund zur Euphorie können die Akteure von SPD, FDP und von den Grünen seitens der Kassenvertreter allerdings nicht erwarten. Die bestehenden Herausforderungen im Gesundheitswesen sind mit vagen Formulierungen nicht zu bewältigen. Es bedarf vielmehr klar formulierter Ziele und der Entschlossenheit zu handeln. Einen Stillstand in der Gesundheitspolitik kann und darf es nicht geben. Denn Stillstand bedeutet in diesem Fall ganz klar Rückschritt.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute für das neue Jahr. Bitte bleiben Sie optimistisch und vor allem gesund.

Ihr
Ralf Hauer

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