Apps auf Rezept - Digitale Helfer für Ihre Gesundheit

Digitale Helfer für Ihre Gesundheit

Mit dem Smartphone Rückenschmerzen lindern, Depressionen behandeln oder den Schlaf verbessern? Was wie Zukunftsmusik klingt, ist längst Realität. Digitale Gesundheitsanwendungen (kurz: DiGAs) bieten jederzeit praktische Hilfe im Alltag. Ortsunabhängig, diskret und individuell.

Wie erhalte ich die „digitalen Helfer“?

DiGAs sind zertifizierte Gesundheits-Apps oder Web-Anwendungen, die bei bestimmten Erkrankungen unterstützen können, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen, Diabetes, Schlafstörungen, Depressionen oder Tinnitus. Ins Leben gerufen wurde das Angebot durch das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das 2019 verabschiedet wurde. Ziel war es, den Zugang zu moderner, alltagstauglicher Gesundheitsversorgung zu erleichtern, insbesondere bei langen Wartezeiten auf Behandlungstermine oder zur Förderung der Eigenverantwortung. Verordnet werden DiGAs von Ärzten oder Psychotherapeuten. Nach Ausstellung des Rezepts kann die gewünschte App über die Krankenkasse aktiviert werden. Dafür wird ein sogenannter Freischalt-Code ausgegeben, der die Nutzung der Anwendung ohne zusätzliche Kosten ermöglicht.

So funktionieren DiGAs – und so helfen sie im Alltag

Digitale Gesundheitsanwendungen sind nicht nur wirksam, sondern auch auf den Alltag zugeschnitten. Die Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Standards, sind medizinisch geprüft und an konkrete Krankheitsbilder angepasst. Je nach Anwendung enthalten sie beispielsweise strukturierte Übungsprogramme, Videoanleitungen, Tagebuchfunktionen, Erinnerungen oder interaktive Kurse. Viele DiGAs fördern die Selbstreflexion und begleiten den Patienten mithilfe digitaler Gesprächstools auch durch belastende Phasen. 

Hier einige Beispiele für aktuell zugelassene Apps:

  • Vivira wird bei Rückenschmerzen eingesetzt und bietet ein tägliches Übungsprogramm mit individuell angepassten Bewegungseinheiten. Die Anwendung orientiert sich dabei an physiotherapeutischen Prinzipien.
  • Somnio unterstützt Menschen mit Schlafstörungen durch ein strukturiertes Programm auf Basis kognitiver Verhaltenstherapie. Ziel ist es, Ein- und Durchschlafprobleme ohne Medikamente zu reduzieren.
  • Selfapy richtet sich an Personen mit depressiven Symptomen und stellt psychologische Online-Kurse zur Verfügung, die anonym, flexibel und eigenständig genutzt werden können.
  • Kalmeda hilft bei chronischem Tinnitus mit einer Kombination aus Hörübungen, Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutischen Ansätzen.
  • Vitadio unterstützt Menschen mit Typ-2-Diabetes beim Selbstmanagement durch die Erfassung von Blutzuckerwerten, Ernährung und Bewegung.

Die Anwendungen sind für den täglichen Gebrauch konzipiert, funktionieren auf dem Smartphone oder Computer und lassen sich zu Hause ebenso wie unterwegs nutzen. Sie sind im offiziellen DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. Nur dort aufgeführte Apps sind verordnungsfähig.

Vorteile auf einen Blick

  • Einfacher Zugang: Digitale Gesundheitsanwendungen sind sofort einsetzbar und ortsunabhängig nutzbar. Lange Wartezeiten auf Termine entfallen, der Einstieg erfolgt bequem von zu Hause aus.
  • Individuelle Begleitung: Viele Apps passen Inhalte, Übungen und Erinnerungen an die persönliche Lebenssituation und den individuellen Gesundheitszustand der Nutzer an.
  • Stärkung der Eigenverantwortung: Durch die regelmäßige Anwendung werden Selbstmanagement und Gesundheitskompetenz gefördert, flexibel und im eigenen Tempo.
  • Zeitliche Unabhängigkeit: DiGAs stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Inhalte können morgens, mittags oder abends genutzt werden, je nach Bedarf.
  • Überbrückung von Wartezeiten: Insbesondere bei psychischen Belastungen können digitale Anwendungen dabei helfen, die Zeit bis zum Beginn einer Therapie sinnvoll zu nutzen und bereits erste Schritte einzuleiten.

Was DiGAs leisten können – und was nicht

Digitale Gesundheitsanwendungen sind kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlungen. Ihr Einsatz erfolgt ergänzend und idealerweise eingebettet in ein individuelles Behandlungskonzept, das gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal abgestimmt wird.

Die Wirksamkeit digitaler Anwendungen ist an eine regelmäßige Nutzung gebunden. Studien zeigen, dass ein positiver Effekt häufig erst nach mehreren Wochen kontinuierlicher Anwendung eintritt. Nicht jede DiGA ist für jede Person gleichermaßen geeignet. Technikaffine Nutzer profitieren häufig schneller von der Handhabung, während ältere oder weniger digital versierte Menschen mit der Bedienung Schwierigkeiten haben können. Auch die inhaltliche Qualität und methodische Ausrichtung unterscheiden sich je nach App.

Eine persönliche Beratung unterstützt bei der Auswahl geeigneter Apps und schafft realistische Erwartungen. DiGAs sind hilfreiche Werkzeuge. Sie ersetzen jedoch nicht die menschliche Zuwendung durch Arzt oder Therapeut.

Mehr Infos zu DiGAs

Eine Übersicht aller zugelassenen Apps finden Sie im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM.

Zum DiGA-Verzeichnis

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Nicole Ammann

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Nadja Kurz

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Veröffentlicht am: 09.12.2025 - Zuletzt geändert am: 23.12.2025

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