Nicole Ammann
Sonstige Leistungen
Mit dem Smartphone Rückenschmerzen lindern, Depressionen behandeln oder den Schlaf verbessern? Was wie Zukunftsmusik klingt, ist längst Realität. Digitale Gesundheitsanwendungen (kurz: DiGAs) bieten jederzeit praktische Hilfe im Alltag. Ortsunabhängig, diskret und individuell.
DiGAs sind zertifizierte Gesundheits-Apps oder Web-Anwendungen, die bei bestimmten Erkrankungen unterstützen können, zum Beispiel bei chronischen Schmerzen, Diabetes, Schlafstörungen, Depressionen oder Tinnitus. Ins Leben gerufen wurde das Angebot durch das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das 2019 verabschiedet wurde. Ziel war es, den Zugang zu moderner, alltagstauglicher Gesundheitsversorgung zu erleichtern, insbesondere bei langen Wartezeiten auf Behandlungstermine oder zur Förderung der Eigenverantwortung. Verordnet werden DiGAs von Ärzten oder Psychotherapeuten. Nach Ausstellung des Rezepts kann die gewünschte App über die Krankenkasse aktiviert werden. Dafür wird ein sogenannter Freischalt-Code ausgegeben, der die Nutzung der Anwendung ohne zusätzliche Kosten ermöglicht.
Digitale Gesundheitsanwendungen sind nicht nur wirksam, sondern auch auf den Alltag zugeschnitten. Die Inhalte basieren auf wissenschaftlichen Standards, sind medizinisch geprüft und an konkrete Krankheitsbilder angepasst. Je nach Anwendung enthalten sie beispielsweise strukturierte Übungsprogramme, Videoanleitungen, Tagebuchfunktionen, Erinnerungen oder interaktive Kurse. Viele DiGAs fördern die Selbstreflexion und begleiten den Patienten mithilfe digitaler Gesprächstools auch durch belastende Phasen.
Hier einige Beispiele für aktuell zugelassene Apps:
Die Anwendungen sind für den täglichen Gebrauch konzipiert, funktionieren auf dem Smartphone oder Computer und lassen sich zu Hause ebenso wie unterwegs nutzen. Sie sind im offiziellen DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. Nur dort aufgeführte Apps sind verordnungsfähig.
Digitale Gesundheitsanwendungen sind kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlungen. Ihr Einsatz erfolgt ergänzend und idealerweise eingebettet in ein individuelles Behandlungskonzept, das gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal abgestimmt wird.
Die Wirksamkeit digitaler Anwendungen ist an eine regelmäßige Nutzung gebunden. Studien zeigen, dass ein positiver Effekt häufig erst nach mehreren Wochen kontinuierlicher Anwendung eintritt. Nicht jede DiGA ist für jede Person gleichermaßen geeignet. Technikaffine Nutzer profitieren häufig schneller von der Handhabung, während ältere oder weniger digital versierte Menschen mit der Bedienung Schwierigkeiten haben können. Auch die inhaltliche Qualität und methodische Ausrichtung unterscheiden sich je nach App.
Eine persönliche Beratung unterstützt bei der Auswahl geeigneter Apps und schafft realistische Erwartungen. DiGAs sind hilfreiche Werkzeuge. Sie ersetzen jedoch nicht die menschliche Zuwendung durch Arzt oder Therapeut.
Eine Übersicht aller zugelassenen Apps finden Sie im offiziellen DiGA-Verzeichnis des BfArM.


Veröffentlicht am: 09.12.2025 - Zuletzt geändert am: 23.12.2025

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