Sitzender Lebensstil schadet Gelenken

Vorbeugen mit bewusstem Dehnen

Der Bewegungsmangel während der Corona-Zeit durch Homeoffice und Kontaktbeschränkungen hat bundesweit zahllosen Hüften und Knien geschadet. Die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e. V. rät deshalb, täglich mehrmals bewusst zu dehnen.

Bewegungsmangel führt zu Fehl- und Überbelastung der Gelenke

„Durch das stundenlange Verharren in der Sitzposition mit gebeugtem Hüft- und Kniegelenk verspannen und verkürzen sich die beteiligten Muskeln, Sehnen und Faszien“, sagt Professor Dr. med. Karl-Dieter Heller, AE-Präsident und Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig. Dies könne langfristig zu einer Fehl- und Überbelastung der Gelenke führen. Erste Zeichen seien etwa eine Verstärkung der natürlichen Krümmung der Lendenwirbelsäule, mit Betonung des Bauches (Hohlkreuz).

Sitzdauer hat zugenommen

„Das hat nichts mit ein paar Kilos zu viel zu tun“, so Heller. „Vielmehr sind hier die Hüftbeuger durch das ständige Sitzen und Verharren in der Beugeposition im Vergleich zur Gesäß- und Bauchmuskulatur verkürzt und verhindern das ausgleichende Überstrecken.“ Dies trifft auch auf die Knie zu: Durch Dauersitzen verkürzen sich die hinteren Muskelgruppen des Oberschenkels. Hält dieser Zustand länger an, lässt sich das Kniegelenk immer schlechter strecken.

Laut dem im Oktober 2021 veröffentlichten DVK-Gesundheitsreport sitzen Deutsche pro Werktag inzwischen 8,5 Stunden – eine Stunde mehr als noch 2018. Junge Erwachsene (18 bis 29 Jahre) sitzen mittlerweile sogar rund 10,5 Stunden.

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