Gesundheit braucht Verantwortung
Liebe Leserin, lieber Leser,
im Gesundheitswesen erleben wir erneut Zeiten intensiver Diskussionen und wachsender Herausforderungen. Mit dieser Ausgabe möchten wir Ihnen nicht nur interessante Impulse rund um Gesundheit, Prävention und aktuelle Themen geben, sondern auch über Entwicklungen informieren, die unsere gemeinsame Versorgung betreffen.
Für eine Versorgung mit Zukunft
Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe ist unser abgeschlossenes Geschäftsjahr 2025 und das daraus resultierende Ergebnis. Transparenz gegenüber Ihnen als Versicherte ist für uns kein Selbstzweck, sondern Ausdruck unseres Selbstverständnisses: Wir möchten nachvollziehbar aufzeigen, wie unsere Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds eingesetzt werden, welche Leistungen finanziert werden und welchen Rahmenbedingungen die gesetzliche Krankenversicherung derzeit unterliegt.
Dabei kommen wir nicht an den politischen Diskussionen der vergangenen Monate vorbei. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) sieht vor, finanzielle Stabilität zu schaffen und Beitragssteigerungen zu begrenzen. Tatsächlich werden alle Beteiligten - Versicherte, Arbeitgeber, Leistungserbringer und nicht zuletzt Krankenkassen - ihren Teil dazu beitragen müssen. Das schmerzt, ist aber für die Sicherstellung der Versorgungsstrukturen unerlässlich. Denn die Rücklagen wurden bereits vor Jahren abgeschmolzen, finanzielle Spielräume eingeschränkt und notwendige Reformen regelmäßig vertagt.
Die vermeintliche Lösung wird nun im BStabG geliefert, wobei auch hier schon im Gesetzesentwurf das Einsparpotenzial von den zunächst angestrebten 20 Mrd. € auf 16,3 Mrd. € gesunken ist. Bei der aktuellen Ausgabenentwicklung muss davon ausgegangen werden, dass im kommenden Jahr zusätzlich mit einem Defizit von 2,5 Mrd. € zu rechnen ist. Damit ist von der Erwartung, die Beitragssätze zu senken, nichts mehr übrig. Vielmehr muss es das Ziel der Bundesregierung sein, das sich bereits abzeichnende, zusätzliche Defizit über weitere Einsparungen zu kompensieren, um wenigstens einen weiteren Anstieg der Zusatzbeiträge zu verhindern.
Besonders ärgerlich ist der politische Schachzug, die GKV der Bürgergeldempfänger mit 250 Mio. Euro anstatt der erforderlichen 12 Mrd. € aus Steuern zu finanzieren, während gleichzeitig der aktuelle Steuerzuschuss um 2 Mrd. € gekürzt wird. Als Ergebnis daraus finanzieren die Beitragszahler mit 1,75 Mrd. € versicherungsfremde Leistungen und tragen somit zusätzlich zur Sanierung des Bundeshaushalts bei.
Viele der Maßnahmen wirken zwar kurzfristig entlastend, lösen aber die grundlegenden Herausforderungen unseres Gesundheitssystems nicht. Dennoch sind sie zwingend notwendig, um genügend Spielraum für die anstehenden Strukturreformen zu erhalten. In diesem Magazin haben wir Ihnen einige wesentliche Punkte zusammengefasst.
Besonders kritisch sehen wir die immer wieder aufflammende politische Diskussion über eine Reduzierung der Anzahl gesetzlicher Krankenkassen. Für populistische Zwecke kann man dies nutzen, um von anderen Themen abzulenken. Finanziell gesehen ist dieser Ansatz nachweislich sinnlos und für die Versicherten und Leistungserbringer die schlechteste aller Lösungen. Denn wer erwartet von einer großen, bundesweiten Behörde ein Höchstmaß an Service und Versichertenorientierung? Wettbewerb ist sinnvoll – Vielfalt und regionale Nähe ebenso. Wir als BKK Groz-Beckert sind weit mehr als eine reine Verwaltungsstruktur. Wir stehen für individuelle Beratung, maßgeschneiderte Versorgungsangebote und die direkte Nähe vor Ort.
Unser Anspruch bleibt deshalb unverändert: wirtschaftlich verantwortungsvoll zu handeln, Versorgung aktiv mitzugestalten und Ihnen auch künftig ein verlässlicher Partner in Sachen Gesundheit zu sein.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Sommerzeit und eine informative Lektüre.
Ihr Ralf Feyrer
Veröffentlicht am: 16.07.2026 - Zuletzt geändert am: 17.07.2026

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