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Kleiner Erste-Hilfe-Ratgeber für zu Hause

Kleiner Erste-Hilfe-Ratgeber für zu Hause

Aua! Was tun, wenn …

Schnell ist es passiert: Sie rutschen beim Gemüseschneiden mit dem Messer ab oder greifen in die Scherben eines zerbrochenen Glases. Autsch! Ein kurzer Schmerz und schon fließt Blut. Was ist zu tun? Grundsätzlich gilt zunächst einmal: Ruhe bewahren!

Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns an!

Schnittwunden

Das Wichtigste bei einer blutenden Schnittwunde:

  • Blutung stoppen
  • Wunde sauber halten, mit einem leichten Desinfektionsmittel und einer sterilen Kompresse reinigen.
  • Wunde verbinden; blutet sie stark, ist ein Druckverband ratsam.

So wird ein Druckverband angelegt

Benötigt (aus dem Verbandskasten):

  • Drei bis vier sterile Kompressen
  • zwei Verbandspäckchen
  • ein Paar Aidshandschuhe.

Die einzelnen Schritte:

  1. Aidshandschuhe anziehen (Eigenschutz geht vor)
  2. Sterile Kompressen auspacken und nur am äußersten Eck anfassen, damit keine Keime in die Wunde gelangen.
  3. Mehrere Kompressen übereinander auf die Wunde legen.
  4. Verbandspäckchen öffnen und drei- bis viermal mit leichtem Zug um die verletzte Körperstelle wickeln.
  5. Das zweite Verbandspäckchen auf die Stelle legen, unter der die Wunde ist.
  6. Weiter verbinden und darauf achten, dass der Druck nicht zu stark wird: Der Verband soll den Zufluss des Blutes erschweren, nicht den Abfluss!
  7. Den verletzten Teil des Körpers erhöht lagern (über Herzniveau).
  8. Nach Wundversorgung sofort einen Arzt konsultieren: Er klärt, ob die Verletzung genäht oder geklebt werden muss.
  9. Tetanusschutz überprüfen!

Wichtig!

Auf keinen Fall Gegenstände wie Glasscherben herausziehen, die noch in der Wunde stecken. Bei starkem Bluten sofort den Rettungsdienst rufen (112 gilt in ganz Deutschland).

Verbrennungen und Verbrühungen

Beide Verletzungen behandelt man gleich.

Vorgehen:

  1. Kleiderbrände so schnell wie möglich löschen.
  2. Kleidungsreste, die an der Haut kleben, auf keinen Fall entfernen.
  3. Bei Verbrühungen Kleidung möglichst schnell entfernen.
  4. Brandwunden steril verbinden und keinerlei Cremes auftragen! Wenn möglich, spezielle mit Aluminium bedampfte Kompressen verwenden. Diese kleben nicht an der Wunde. Verband nicht zu fest anlegen, damit keine Schmerzen entstehen.

Wichtig:

Bei großflächigen Verbrennungen (ab dem zweiten Grad sowie bei Kindern) in jedem Fall sofort den Rettungsdienst rufen (112 in ganz Deutschland). Beim Notruf unbedingt Ruhe bewahren und dem Rettungsdienstmitarbeiter am Telefon genau schildern, was passiert ist.

Verbrennungstiefe (Schweregrad)

Verbrennung ersten Grades:

Hierbei ist nur die oberste Haut- schicht (Epidermis) verbrannt. Die Haut ist gerötet, trocken, geschwollen und tut weh. Die Wunde heilt meist innerhalb einiger Tage von selbst, ohne eine Narbe zu hinterlassen. Bei kleinen Flächen können diese Wunden meist mit einer speziellen Salbe gegen Verbrennungen behandelt werden. Verbrennungen, die größer sind als die Handfläche des Opfers, sollten in jedem Fall einem Arzt vorgestellt werden.

Verbrennung zweiten Grades:

Hier wurden die Epidermis und die Lederhaut beschädigt. Sind nur die obersten Schichten der Lederhaut betroffen, ist die Wunde rot und es bilden sich Bla- sen. Die Wunde nässt und die Blasen füllen sich mit Flüssigkeit. Sind tiefere Schichten der Lederhaut verbrannt, ist die Haut eher trocken und es bilden sich nur wenige Blasen. Drückt man leicht auf die verbrannte Haut, fühlt sie sich hart und hölzern an.

Auch hier gilt: Verbrennungen, die größer als die Handfläche des Opfers sind, sollten so schnell wie möglich in der Klinik behandelt werden, d. h. der Rettungsdienst muss verständigt werden. Bei Kindern empfiehlt sich dies generell. 

Verbrennung dritten Grades:

Hier ist die gesamte Haut mitsamt Haarwurzeln verbrannt und das sich unter der Haut befindliche Fettgewebe liegt frei. Zusätzlich können darunter liegende Muskeln, Sehnen, Nerven, Blutgefäße oder Knochen verletzt sein. Die Haut sieht entweder weißlich, rötlich, braun oder tief- schwarz aus. Die Wunde ist trocken, bildet keine Blasen und ist sehr hart. In der Lederhaut liegen unter anderem Drüsen, Nerven mund Blutgefäße.

Durch die intensive Verbrennung werden Nerven und Gefäße zerstört, so dass die betroffenen Körperstellen weder bluten noch schmerzen. Lediglich an den Rändern der Wunde sind noch Nervenzellen vorhanden und sorgen bei den Patienten für starke Schmerzen.

Kontaktmöglichkeiten der BKK Groz-Beckert